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Quer durch Wien

Kulturhistorische Streifzüge

 

Dritter Teil der urbanistischen Beobachtungen und Studien über Wien. Im Mittelpunkt stehen auch diesmal wenig beachtete alltagshistorische Facetten der Stadt, von Monumentaluhren, Rolltreppen und Paternoster über Wetterhäuschen, Donauturm und Hollywoodschaukel bis hin zu Schwimmveranstaltungen im Donaukanal, Balkone als Bühne im öffentlichen Raum und dem erotischen Wien bei Nacht. Erneut geht es um die Wahrnehmung der Stadt mit allen Sinnen in Geschichte, Gegenwart, aber auch Zukunft. Wie wird Wien angesichts des rasanten Technologiewandels morgen klingen? Wie wird die Stadt im neuen künstlichen Licht aussehen? Wie werden wir uns als Stadtmenschen verändern?

Vorgestellt werden rund 25 Feuilletons, die in den letzten Jahren in verschiedenen Zeitungen erschienen sind (u.a. Presse, Wiener Zeitung, Standard, NZZ). Das Leitmotiv dazu formulierte einst Raoul Auernheimer: "Die großen Städte sind die Schwingen, die sich die Länder wachsen lassen und die ihren Ruhm über die fernsten Erdteile hintragen. Aber wann und wie sind sie ihne gewachsen? Wo entspringt eine Stadt? Wo, was wichtiger ist, entspringt ihre Persönlichkeit?"

(Buchprojekt: Veröffentlichung im Czernin Verlag, Herbst 2017)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Auf und Ab

Eine Kulturgeschichte des Aufzugs in Wien

 

Rund 47.000 Aufzüge gibt es derzeit in Wien, jedes Jahr werden 1.000 neue Anlagen errichtet. Der Aufzug ist heute eines der meistbenützten und gleichzeitig sichersten Verkehrsmittel der Stadt. Sein Gebrauch gehört längst zur urbanen Alltagspraxis. Architektonisch wie wahrnehmungspsychologisch stellen Aufzug und mehrgeschoßiges Gebäude eine untrennbare Einheit dar. Die vertikale Expansion der Stadt, in die Höhe wie in die Tiefe, ist ohne Aufzug nicht denkbar.

Das Buch will die Aufmerksamkeit für diesen bislang vernachlässigten Aspekt der Wiener Stadtgeschichte schärfen. Im Zentrum stehen die Personenaufzüge und ihre Durchsetzung in den Jahrzehnten von 1870 bis heute. Mit welcher Geschwindigkeit und räumlichen Differenzierung verbreiteten sich diese in Wien? Wie wurden sie rezipiert? Was waren die sozialen und alltagskulturellen Folgen? Wie entwickelten sich Technik und Design? Derartigen Fragen wird erstmals konkret am Beispiel der mitteleuropäischen Metropole Wien nachgegangen. Den Abschluss bildet eine ausführliche Fotodokumentation, die u. a. die zahlreich erhaltenen historischen Anlagen aus der Zeit um 1900 vorstellt.

(Buchprojekt: Veröffentlichung im Brandstätter Verlag, Frühjahr 2018)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Klang der Großstadt

Wien 1850-1914

 

Ausgelöst von der sich beschleunigenden Industrialisierung und Urbanisierung, lässt sich in Europas Metropolen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit für Fragen der akustischen Stadtwahrnehmung feststellen. Im Zentrum dabei steht vor allem ein Phänomen: der Lärm. Medizinische Fachblätter und führende Tageszeitungen bringen ausführliche Berichte darüber. Nerven- und Ohrenärzte sehen sich mit den Auswirkungen der Lärmüberflutung ebenso konfrontiert wie städtische Verwaltungsbeamte und Hygieneinspektoren, die eine deutliche Zunahme an diesbezüglichen Beschwerden registrieren. Ingenieure, Architekten und Städtebauer suchen nach Möglichkeiten der Lärmreduktion, bei Vorträgen und Tagungen über Hygiene und Gesundheitspflege wird der neue Klang der Städte zum wichtigen Thema.

Das Forschungsprojekt will die gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung erhellen. Es untersucht erstmals – am Beispiel der Stadt Wien – die vergangene auditive Kultur einer europäischen Metropole. Der Untersuchungszeitraum von 1850 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs umfasst jene historische Periode, in der Wien sich zur modernen Großstadt und letztlich viertgrößten Metropole Europas entwickelte. Die ungeheure Dynamik dieser Jahrzehnte, die mit der Demolierung der Basteien ihren visuell wie akustisch eindrucksvollen Anfang nahm, veränderte nicht nur das Stadtbild nachhaltig, sie ließ auch eine neue Gesundheitsorientierung entstehen, die wesentliche Auswirkungen auf die Rezeption des Lärms hatte. Diese stellt sich als komplexes Phänomen dar, an dem paradigmatisch Fragen der Großstadtentwicklung, der Kultur- und Zivilisationskritik, aber auch soziale und ökonomische Konflikte abgehandelt wurden.

Als kontextuale Ergänzung werden zentrale Aspekte einer Geschichte des Hörens analysiert und Ausblicke zur weiteren auditiven Entwicklung bis ins 21. Jahrhundert geboten.

(Forschungsprojekt: Veröffentlichung im Böhlau Verlag, Herbst 2018)

 

Vgl. dazu folgende bereits erschienene Artikel von Peter Payer:

"Wiener Lärm". Akustische Großstadtkritik um 1900. In: Brigitta Schmidt-Lauber, Klara Löffler, Ana Rogojanu, Jens Wietschorke (Hg.): Wiener Urbanitäten. Kulturwissenschaftliche Ansichten einer Stadt. Wien-Köln-Weimar 2013, S. 348-368.

Gefährdete Ohren. Lärm und Großstadtkritik am Beispiel von Wien um 1900. In: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS), hg. v. Deutschen Institut für Urbanistik/Berlin, Nr. 1/2012, S. 144-162.

The Age of Noise. Early reactions in Vienna, 1870-1914. In: Journal of Urban History (JUH). Vol. 33/Nr. 5, July 2007, 773-793.

Vom Geräusch zum Lärm. Zur Geschichte des Hörens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In: Wolfram Aichinger, Franz X. Eder, Claudia Leitner (Hg.): Sinne und Erfahrung in der Geschichte. Innsbruck-Wien-München-Bozen 2003, S. 173-191. (Tw. wiederveröffentlicht in: Volker Bernius, Peter Kemper, Regina Oehler, Karl-Heinz Wellmann (Hg.): Der Aufstand des Ohrs - die neue Lust am Hören. Göttingen 2006, S. 106-118.)

Versuch einer akustischen Topographie: Wien um 1900. In: Wiener Geschichtsblätter. Nr. 1/2005, S. 1-16.

Unerwünschte Geräusche. Lärm und Großstadt im 20. Jahrhundert. In: Blätter für Technikgeschichte. Bd. 66/67, 2004/2005, S. 69-94.

"Großstadtwirbel". Über den Beginn des Lärmzeitalters, Wien 1850-1914. In: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS), hg. v. Deutschen Institut für Urbanistik/Berlin, Nr. 2/2004, S. 85-103.

Der Klang von Wien. Zur akustischen Neuordnung des öffentlichen Raumes. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG). Nr. 4/2004, S. 105-131.

 

 

Grußpostkarte, um 1900

 

 

 

 

 

 

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Wien bei Nacht

Zur Konstruktion eines Stadtimages, 1890 bis heute

 

"Das nächtliche Bild Wiens, wie es sich jetzt von den Höhen und Vorhöhen des Kahlengebirges darstellt, ist nachgerade zu einer Sehenswürdigkeit geworden, die es verdienen würde, in den Reisebüchern besonders vermerkt und den Besuchern Wiens zur Besichtigung empfohlen zu werden." (Reinh. E. Petermann, 1908)

Es ware eine völlig neue visuelle Erfahrung, die den Zeitgenossen zur vorvorigen Jahrhundertwende durch die künstliche Beleuchtung der Stadt geboten wurde. Euphorisch sprach man vom "irdischen Sternenglanz" und vom "Lichtermeer", das sich über die ganze Stadt ausbreite. "Wien bei Nacht" zu zeigen, wurde schon bald zu einer erfolgreichen Werbestrategie. Künstliche Effektbeleuchtungen betonten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Standardisierte Nachtbilder entstanden und wurden durch Ansichtskarten in großer Zahl verbreitet.

Wie veränderte sich der gesellschaftliche Umgang mit der (großstädtischen) Nacht im 20. Jahrhundert? Wie gestaltete sich ihre touristische Vermarktung? Welche Bedeutung hatte und hat die Nacht für das Stadt-Image von Wien? Derartige Fragen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts, das erstmals eine Dokumentation und Analyse des Verhältnisses von Großstadt und Nacht vornimmt, wie es sich im populären Massenmedium der Ansichtskarte widerspiegelt. Als Quellengrundlage dient die umfangreiche Sammlung des Autors bestehend aus ca. 1000 Ansichtskarten zum Thema "Wien bei Nacht" aus dem Zeitraum 1890 bis heute.

(Forschungsprojekt: in Arbeit)

 

Vgl. dazu folgende bereits erschienene Artikel von Peter Payer:

Wien bei Nacht. Das Rathaus kam immer vor ... Gespräch mit Hans-Christian Heintschel. In: Perspektiven/Magazin für Stadtgestaltung und Lebensqualität, Heft 1_2/2006, S. 89-92.

Wien bei Nacht. Der Westbahnhof bei wechselnder Beleuchtung. In: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl (Hg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt. Ausstellungskatalog des Wien Museums. Wien 2006, S. 166-171.

Die Eroberung der Nacht. Urbane Lichtinszenierungen. In: Wolfgang Kos (Hg.): Kampf um die Stadt. Politik, Kunst und Alltag um 1930. Ausstellungskatalog des Wien Museums. Wien 2010, S. 146-153.

Wien bei Nacht. In: Relevant. Informationen der Österreichischen Kontrollbankgruppe, Nr. 4/2011, S. 26-27.

Urbanes Lichtermeer. Stadtimage und künstliche Beleuchtung. In: Ute Streitt, Elisabeth Schiller (Hg.): Ist die Welt rund um die Uhr geöffnet? Chancen und Risiken künstlicher Beleuchtung. (= Studien zur Kulturgeschichte in Oberösterreich 33). Linz 2012, S. 54-64.

"Wien bei Nacht, wie es tanzt und lacht". Stadtimage und Erotik, 1840 bis 1930. In: Andreas Brunner u.a. (Hg.): Sex in Wien. Lust, Kontrolle, Ungehorsam. Ausstellungskatalog des Wien Museums. Wien 2016, S. 248-253.

 

 

Stefansdom bei Nacht, Ansichtskarte, 1908

 

 

 

 

 

 

 

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Graf Bobby

Repräsentationen einer Wiener Witzfigur

 

"Überall in der Welt werden Witze erfunden und Witze weitererzählt, doch nur in besonders humorgesegneten Städten können Witzfiguren entstehen, Phantasiegestalten, die bisher 'herrenlose' Witze an sich ziehen und zum Erfinden neuer Witze anregen. Eine solche Figur ist Graf Bobby aus Wien! Der Witz dieser Witze besteht in Bobbys überraschenden Denkfehlern. Denn Bobby ist kein gewöhnlicher Dummkopf, sondern ein denkender. Er denk haarscharf am Wesen der Sache vorbei. Trotz seines englischen Vornamens ist er ein echter Wiener: vom Zylinder bis zum Lackschuh. Wienerisch ist sein Tonfall, jene unverkennbare leicht vom Dialekt gefärbte, nasale Sprache, die man 'Schönbrunner Wienerisch' nennt, wienerisch sind auch seine Gutmütigkeit und sein Charme. Darum ist er, trotz seiner Beschränktheit, eine liebenswürdige Erscheinung. Wir lachen über ihn, aber wir lachen ihn nicht aus. Weil wir ihn gern haben."
(Herta Singer)

In den meisten Witzen über Graf Bobby fungieren seine Freunde Graf Rudi und Baron Mucki als Sidekick und Stichwortgeber. Die Figuren wurden vor allem in den 1950 bis 70er Jahren äußerst populär als zahlreiche Anthologien erschienen, Kinofilme (u.a. mit Peter Alexander), Musikkasetten und Schallplatten (u.a. mit Peter Igelhof).

"Du, Mucki", fragt Graf Bobby, "weißt du nix, was man dem Grafen Schmeidl zum Geburtstag schenken könnt'?" "Vielleicht ein Buch?" "Ah, geh - ein Buch hat er schon."

Das Forschungsprojekt untersucht die Genese dieses Wiener Originals und analysiert seine unterschiedlichen Repräsentationen vor dem Hintergrund der jeweiligen zeithistorischen Ereignisse.

(Forschungsprojekt und Ausstellung: in Vorbereitung)

 

Publikation, 1940