Stadtreinigung und Abfallbeseitigung bis 1945
(gem. mit Jutta Fuchshuber)
Wien: Eigenverlag der Stadt Wien 2026
Der Ruf Wiens, eine der saubersten Metropolen der Welt zu sein, gewann nach dem Ersten Weltkrieg immer mehr an Konturen. Das „Rote Wien“ wurde nicht nur für seine Sozial-, Bildungs- und Wohnungspolitik bekannt, auch seine moderne Entsorgungspolitik erregte europaweit Aufsehen. Auf höchstem Niveau gelang eine organisatorische, personelle und technische Neuordnung. Die enge Verbindung von Stadtreinigung und Politik setzte sich in den Jahren des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus fort. Auch im „Schwarzen Wien“ und im „Braunen Wien“ wusste man genau, wie wichtig Sauberkeit für die Zufriedenheit der Bevölkerung und das allgemeine Image der Stadt war. Die forcierte Abfallbeseitigung ging nun jedoch einher mit politischer Verfolgung, Vertreibung und Zwangsarbeit.
Inhalt:
Vorworte – Einleitung – Der Weg zur sauberen Großstadt – Das neue Wien – Siegeszug der Coloniakübel – Straßenreinigung und Winterdienst – Neues Stadtmobiliar: Papierkörbe – Fuhrpark, Großgaragen, Hauptwerkstätte – Mülledeponien: Innovative Technik neben Handarbeit – Versuche mit Müllverbrennung – Kontinuitäten und Diskontinuitäten – Politische Spannungen: Abschied von der Demokratie – Programme gegen Arbeitslosigkeit – Kampf ums Bretteldorf – Bedürfnisanstalten: Neubauten und Arbeitsalltag – Der „Anschluss“ als Zäsur – Territoriale Änderungen und nationale Pflichten – NS-Gegnerschaft und Spitzelwesen – Kriegswirtschaft – Exzessive Altstoffverwertung – Zwangsarbeit – Die Firma Müllauswertung OHG – Salo Weinbaum: Straßenreinigen als Rettung – Eugenie Thum: Müllsortieren auf der Deponie – Wiederaufbau und Neubeginn – „Schuttaktion“ – Entnazifizierungen und Neueinstellungen – Gedenktafel „Gefallen für Freiheit und Recht“ – Abteilungsleiter 1900 bis 1945 – Quellen und Literatur – Bildnachweis. (161 S., 177 Abb.)
Pressestimmen:
Das Buch ist außerordentlich schön, die Fotos ein Schatz, beachtlich, wie sehr auch in diesem Bereich in wenigen Jahrzehnten getüftelt und „fortgeschritten“ wurde. (Arno Geiger)
Die Geschichte der MA 48, die bereits in vielen Aspekten erforscht wurde, wird damit um eine neue Perspektive erweitert: Erstmals werden die Jahre der Diktaturen – inklusive ihrer Vor- und Nachgeschichte – fundiert aufgearbeitet und zugleich anschaulich und interessant erzählt. (MA48-News)